Aromatherapie, Sex und Sympathie

Düfte steuern in feinster Weise das erotische Leben. Pheromone, Duftstoffe mit hormonähnlicher Wirkung, beeinflussen im Tier- und Menschenreich die Partnerwahl. Im Sexualverhalten der Tiere spielen Düfte eine besonders wichtige Rolle. Sie sorgen für die Arterhaltung.

Ein Hund riecht seine läufige „Angebetete“ auf mindestens drei Kilometer Entfernung. Von den Schmetterlingsmännchen wissen wir, dass sie dieses Kunststück bis über eine Distanz von zehn Kilometern fertigbringen. Auch Brunftverhalten, Paarung und Welpenschutz werden von Düften beeinflusst.

Wenn du meinst, „duftbezogen“ unbetroffen zu sein, dann irrst du dich! Du wirst nie mit einer Partnerin oder einem Partner intim, wenn du dessen oder deren Körpergeruch nicht magst. In unserem Sprachgebrauch ist diese Tatsache verankert: wir können jemanden nicht riechen oder jemand stinkt uns.

Da die Natur an der Erhaltung unserer Art interessiert ist, hat sie uns besonders empfänglich gemacht für erotische Duftbotschaften. So hat man zum Beispiel im Achselschweiß von Männern Substanzen gefunden, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähnlich sind. Weiterhin entdeckte man, dass auch der Menstruationszyklus der Frau über menschliche Körpergerüche gesteuert wird. Viele ätherische Öle enthalten Pheromone und sprechen dadurch unsere Sinnlichkeit an. Liebe geht durch die Nase!

Auch Zuneigung und Abneigung werden durch Düfte beeinflusst. Ohne Duftempfinden gibt es keine Sympathie. Düfte sind Botschaften von Mensch zu Mensch, wir nehmen sie durch die Atmung in uns auf, verarbeiten sie und reagieren dementsprechend. In speziellen Schweißdrüsen produziert unser Körper unser ganz persönliches „Parfum“. Dies entspricht haargenau unserem Gemüts- und Krankheitszustand, auch unserer sexuellen Einstellung. Jede Krankheit hat ihren besonderen Geruch. Eine Mutter kann an den Veränderungen des Körpergeruchs ihres Kindes schon eine Krankheit feststellen, bevor sie zum Ausbruch gekommen ist. Wir riechen anders, wenn wir zufrieden sind und in unserer Mitte ruhen, als wenn wir von Angst, Stress oder Aggression geplagt sind. Wir mögen unseren Körpergeruch, wenn wir uns selbst mögen und mit uns zufrieden sind. So senden wir mit unserem Körperschweiß feinste Informationen über uns an unsere Mitmenschen.

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Text – gekürzt und leicht geändert – von Susanne Fischer-Rizzi: Himmlische Düfte, München 1990

Foto: Pixabay

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