Edelsteine – „Die Edelstein-Heilkunde der Hildegard von Bingen“

Nachdem ich die letzten Jahre viele Blogs über verschiedene Edelsteine geschrieben habe, ist es nun auch an der Zeit, meine Edelstein-Lieblingsbücher vorzustellen.

 

Wighard Strehlow: Die Edelstein-Heilkunde der Hildegard von Bingen.

Bielefeld 2004

 

Der Autor und seine Überzeugungen

Dr. Wighard Strehlow betreibt ein Hildegard-Zentrum in Allensbach am Bodensee mit angeschlossener Hildegard-Praxis, in der sämtliche von Hildegard von Bingen beschriebenen Heilmittel und Methoden zur Vorbeugung und Behandlung angewendet werden. Im Mittelpunkt stehen richtige Ernährung und vernünftige Lebensweise. Außerdem werden Fasten-Seminare angeboten sowie Fortbildungen zum Gesundheitsberater sowie Ausbildungen für Ärzt*innen, Heilpraktiker*innen und Therapeut*innen.

Strehlow schreibt im Vorwort: „Edelsteine haben mich schon immer begeistert. Als Schuljunge hatte ich eine Mineraliensammlung, während meines Chemiestudiums an der Technischen Universität Berlin belegte ich auch Mineralogieseminare bei Professor Hugo Struntz, und nun beschäftige ich mich schon seit mehr als zwanzig Jahren mit der Edelstein-Heilkunde der heiligen Hildegard von Bingen. Heute weiß ich nicht nur, dass in den Pflanzen großartige Heilkräfte verborgen sind, sondern auch, dass Edelsteine Informationsträger noch stärkerer Energien sind, die enorme Heilkräfte freisetzen können.

Dennoch scheiden sich an der Edelsteinmedizin immer noch die Geister. Die Wissenden sind von der Schönheit der Edelsteine ebenso fasziniert wie von deren Heilkräften. Die Unwissenden lehnen all das als Aberglauben und Teufelswerk ab, während Edelsteine aus der Hightechindustrie nicht mehr wegzudenken sind. (…)

Die Edelsteinheilkunde war in allen Kulturen jahrhundertelang ein fester Bestandteil des ganzheitlichen Heilens, aber in den letzten zweihundert Jahren ging das überlieferte Wissen im Abendland verloren. Dennoch erfreut sich das Heilen mit Steinen in der traditionellen Medizin der Chinesen, Inder und vieler asiatischer und amerikanischer Völker noch heute größter Beliebtheit.“

Der Autor bedauert, dass die Heilkunde der Hildegard von Bingen in den letzten Jahrhunderten ebenso in Vergessenheit geriet wie das Wissen um die Heilkräfte der Edelsteine. Erst die Pionierarbeit seines Freundes und Lehrers Dr. Gottfried Hertzka (1913 – 1997) bildete die Grundlage dafür, dass die Hildegard-Heilkunde wieder angewendet wird und es eine weltweite Wiederbelebung der Edelsteinmedizin nach Hildegard von Bingen gibt.

Strehlow schreibt von heilenden und schützenden Eigenschaften der Edelsteine, die „dem Wunsch vieler Menschen nach einer nebenwirkungsfreien Arznei Rechnung“ trügen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Heilmitteln wirken sie immer ohne den Körper zu belasten. Und je öfter man sie anwendet, desto stärker ist ihre Wirkung. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Heilwirkung sprechen Edelsteine vor allem auch jene seelischen und geistigen Bereiche an, in denen die meisten Krankheiten entstehen. Die Edelsteinkräfte erreichen sämtliche Körperzellen. Sie schützen die Zellen, stärken die körpereigenen Abwehrkräfte, beschleunigen die Regeneration und sind auf diese Weise in der Lage, Gesundheit und Vitalität zu erhalten und unsere Lebensqualität entscheidend zu verbessern.“

Der Autor betont, dass man mit Edelsteinen ausschließlich gute und nützliche Wirkungen erzielen könne, jedoch „nichts Menschenfeindliches und Böses, keine Magie oder Zauberei. (…) Edelsteine transformieren negative Risikofaktoren in positive spirituelle Energie. (…). Der Umgang mit Edelsteinen bringt Patienten und Therapeuten mehr als gewöhnlich mit bisher unbekannten kosmischen und spirituellen Heilkräften in Verbindung, weil Edelsteine aufgrund ihrer Materielosigkeit mehr als alle anderen Heilmittel in der Lage sind, unser seelisches und geistiges Kraftzentrum zu erreichen, um dort Heilung zu bewirken. Wer die Edelsteinmedizin mit der rechten Gesinnung und entsprechender Aufgeschlossenheit anwendet, gewinnt neues, bisher unbekanntes Wissen um die großen Zusammenhänge von Mensch und Natur.“

 

Hildegard von Bingen

Der Autor schreibt: „Nach Hildegard von Bingen (1098 – 1179) gehören die Edelsteine zum Arzneimittelschatz der Menschen (…).

Bis zur Zeit Hildegards war die mittelalterliche Heilkunde ein Sammelsurium aus Kräuter- und Edelsteinrezepturen und gehörte neben der Kochkunst und dem Ackerbau zu den mechanischen Künsten. Hildegard war die Erste, die eine komplette, ganzheitliche und christliche Naturheilkunde schrieb. Dieses Werk mit dem Titel ´Physik` behandelt in neun Bänden die natürlichen Heilkräfte der Bäume, Gewürze, Heilkräuter, Tiere, Vögel, Fische, Metalle und Edelsteine. Mit ihrem medizinischen Buch über die ´Ursachen und Behandlungen der Krankheiten` legte sie das Fundament für die Wissenschaft des ganzheitlichen Heilens, die nicht nur die Reparatur von Krankheiten zum Ziel hat, sondern die Heilung des ganzen Menschen. Auf diese Weise trug sie auch dazu bei, dass die damalige Heilkunde von der Quacksalberei in den Stand der freien Künste erhoben wurde und sich von nun an als eigenständige Fakultät an den Universitäten etablierte.“

 

Der Klappentext

Nach Hildegard von Bingen gehören die Edelsteine zum Arzneimittelschatz der Menschen. Ihr besonderer Vorteil ist, dass sie im Gegensatz zu anderen Heilmitteln auch die seelischen und geistigen Bereiche erreichen, in denen viele Krankheiten entstehen. In zwanzig Kapiteln werden die von Hildegard beschriebenen Edelsteine vorgestellt. Sie erfahren, wie Sie die Kraft der Steine nutzen können, um Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude zu verbessern.“

 

Das Buch

In den 23 Kapiteln des Buches stellt Strehlow alle Edelsteine, die Hildegard von Bingen beschrieben hat, leicht und verständlich vor. Dabei berücksichtigt er auch mineralogische und historische Fakten. „Im Mittelpunkt stehen jedoch exakte Anweisungen für die medizinische Anwendung der Steine“.

Nach einer Einleitung folgen die Kapitel zu den einzelnen Edelsteinen:

  • Achat

  • Amethyst

  • Bergkristall

  • Bernstein

  • Beryll/Aquamarin

  • Chalcedon

  • Chrysolith

  • Chrysopras

  • Diamant

  • Hyazinth

  • Jaspis

  • Karneol

  • Onyx

  • Prasem

  • Rubin

  • Saphir

  • Sarder

  • Sardonyx

  • Smaragd

  • Topas

  • Perlen

  • Flussperlen

  • Gold.

In der Mitte des Buches finden sich zur Veranschaulichung 12 Seiten mit Farbfotos der beschriebenen Steine.

Es folgt ein sehr kurzes Kapitel (1,5 Seiten) zu weiteren bekannten Edelsteinen wie z.B. Turmalin, Türkis, Granat, Opal und Lapislazuli, die Hildegard von Bingen nicht beschrieben hat, obwohl sie von anderen Heilern geschätzt und eingesetzt wurden. Außerdem erwähnte Hildegard noch Steine wie beispielsweise Alabaster, Magnetit, Marmor und Sandstein, vernachlässigte diese aber wegen ihrer unbedeutenden Heilkräfte. Strehlow beschreibt zudem die Faktoren, die Edelsteine heilkräftig machen: „die Ausgeglichenheit zwischen Hitze und Kälte, Trockenheit und Feuchte. Edelsteine sind nämlich aus Vulkanfeuer und Sedimentationsfeuchtigkeit entstanden und haben daher jene gewaltigen Kräfte, die für ihre erstaunlichen Heilerfolge verantwortlich sind.“

Es folgt ein Kapitel mit Literaturangaben zu Edelstein-Literatur, lateinischen und deutschen Ausgaben der Hildegard-Werke, Hildegard-Biographien, Hildegard-Medizin sowie weiterer (Hildegard-) Literatur.

Ganz zum Schluss finden sich noch Bezugsquellen für Edelsteine, Hildegard- und Dinkel-Produkte u.a. sowie Kräuter und Gewürze. Auch ein Hinweis auf den „Förderkreis Hildegard von Bingen e.V.“ in Konstanz fehlt nicht. Dieser „wurde 1987 mit dem Ziel gegründet, das Gesamtwerk der Heiligen Hildegard, insbesondere Hildegards Heilkunde intensiv zu erforschen, anzuwenden und zum Wohl der Volksgesundheit zu verbreiten.“ Darüber hinaus ist es ein Anliegen des Förderkreises, interessierte Menschen weltweit mit dem spirituellen, medizinischen und kosmischen Wissen Hildegard von Bingens vertraut zu machen.

 

Wesentliche Inhalte

Die 16seitige Einleitung enthält ausführliche Informationen zu der Frage: „Wie wirken die Heilkräfte der Edelsteine?“ und beantwortet diese mit ihrer Wirkung über die Haut, auf die Sinnesorgane und mit seelischen Einflüssen, ähnlich der der Informationsübertragung feinstofflicher, homöopathischer Hochpotenzen. Es folgen Gedanken zur Gebetsmedizin sowie den göttlichen und psychotherapeutischen Kräften der Edelsteine.

In einer Tabelle finden sich 35 Schwächen und Stärken mit den ihnen zugeordneten Edelsteinen, zum Beispiel:

  • Amethyst: Feigheit – Gottvertrauen

  • Aquamarin: Streitsucht – Friedfertigkeit

  • Diamant: Genusssucht – Genügsamkeit

  • Saphir: Lüge – Wahrheit

  • Smaragd: Verzweiflung – Hoffnung.

Es folgen Anleitungen zur Meditation mit Edelsteinen, eine Tabelle mit den 12 Steinen im Brustschild des Hohenpriesters nach dem 2. Buch Mose und eine mit den 12 Edelsteinen als Fundamente des neuen Jerusalem und Grundpfeiler der christlichen Kirche nach der Offenbarung des Johannes.

Eine weitere Tabelle listet die Edelstein-Organuhr auf, zum Beispiel:

  • 05:00 Uhr Smaragd vor Sonnenaufgang Dickdarm

  • 07:00 Uhr Hyazinth Magen

  • 12:00 Uhr Beryll Herz

  • 15:00 Uhr Sarder am frühen Nachmittag Blase

  • 18:00 Uhr Jaspis gegen Sonnenuntergang Niere

  • 23:00 Uhr Chalcedon Gallenblase

Dann gibt es mineralogische Informationen zum Erkennen und Prüfen von Edelsteinen mit der Mohs´schen Härteskala und Ausführungen zu den sieben Kristallformen der Edelsteine (triklin, monoklin, rhombisch, tetragonal, kubisch, hexagonal und trigonal).

Die einzelnen Kapitel zu den Edelsteinen sind unterteilt in die Unterpunkte

  • Mineralogie,

  • chemische Zusammensetzung und Härte,

  • Lagerstätten und Fundorte,

  • geschichtliche Überlieferungen zu den Steinen,

  • Formen und Aussehen,

  • Anwendungen und

  • Berichte von Patient*innen.

 

Meine Meinung

Tja, nicht einfach. Das Buch enthält eine komplexe Mischung von Informationen zu verschiedenen Bereichen des Themas Edelstein-Heilkunde und Hildegard von Bingen: historisch, christlich, medizinisch, mineralogisch, spirituell …

Kritiker merken grundsätzlich zynisch an, dass es sich bei der Wiederbelebung des Ansatzes der Hildegard von Bingen ja nun offensichtlich um ein Ausgraben mittelalterlicher Ansätze zu modernen Zeiten handelt und man diese alleine schon deshalb nicht weiter ernst zu nehmen braucht, sondern lieber die Hände über dem Kopf zusammenschlagen sollte.

Auf der anderen Seite wissen alle, die sich einmal näher mit der Naturwissenschaft beschäftigt haben, dass es sich um eine ganz bestimmte – und begrenzte – Methode des Erkenntnisgewinns anhand bestimmter Methoden, Regeln und Rahmenbedingungen handelt. Und dass die moderne Wissenschaft häufig nicht annähernd so neutral ist, wie sie eigentlich sein sollte – man denke nur an das Sponsoring durch riesige Pharmakonzerne…

In genau diesem Spannungsfeld ist meiner Ansicht nach das vorliegende Buch anzusiedeln. Um es kurz zu machen: Die beschriebenen Inhalte und Patientenberichte sind sicherlich genauso wenig der Wahrheit letzter Schluss wie vollkommener mittelalterlicher Unsinn. Alles andere überlasse ich dir als Leser*in und bin – wie immer – für Feedbacks offen.

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Foto: Pixabay

Mineralien und Edelsteine – Ein Wunder der Natur

In den Blogs zum Thema Edelsteine habe ich bisher verschiedene Steine, ihre Entstehung, ihre Charakteristika, ihre Wirkung und Anwendung besprochen. Das werde ich auch weiterhin tun. Da ich jedoch regelmäßig darauf angesprochen werde, was es mit den Edelsteinen auf sich hat, ergänze ich die Reihe mit anschaulichen Videos zum Thema.

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Edelsteine: Perlen

Perlen habe ich in meiner Kindheit auch häufiger mal an den Damen meiner Familie gesehen, allerdings nur zu sehr besonderen Festen. Auch die haben mich, ehrlich gesagt, nie so vom Hocker gerissen. Und tun es, noch ehrlicher gesagt, als Schmuck bis heute nicht so wirklich.

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Edelsteine – Die Namen der Steine

Nachdem ich die letzten Jahre viele Blogs über verschiedene Edelsteine geschrieben habe, ist es nun auch an der Zeit, meine Edelstein-Lieblingsbücher vorzustellen.

 

Hans Lüschen: Die Namen der Steine. Das Mineralreich im Spiegel der Sprache.

Basel, 2. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 1979

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Edelsteine: Olivin/Peridot

Name

Schon im Mittelalter war – nach Michael Gienger1 – der Name Peridot ein französisches Synonym für den gelbgrünen Chrysolith (griech. chrysos lithos = Goldstein). Die genaue Herkunft des Namens ist jedoch nicht geklärt. Es wird ein sprachgeschichtlicher Zusammenhang zum arabischen Wort faridat = Edelstein vermutet.

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Enzyklopädie der Steinheilkunde

Nachdem ich die letzten Jahre viele Blogs über verschiedene Edelsteine geschrieben habe, ist es an der Zeit, meine Edelstein-Lieblingsbücher vorzustellen.

 

Werner Kühni & Walter von Holst:

Enzyklopädie der Steinheilkunde.

Aarau und München 3. Auflage 2009

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Edelsteine – Entstehung und Wirkung verschiedener Steinarten

In den Blogs zum Thema Edelsteine habe ich bisher verschiedene Steine, ihre Entstehung, ihre Charakteristika, ihre Wirkung und Anwendung besprochen. Das werde ich auch weiterhin tun.

Da ich aber immer wieder auf die Hintergründe zur Steinheilkunde angesprochen werde, ergänze ich die Reihe mit einigen Videos von erfahrenen Vertretern dieses Ansatzes. Heute gibt’s einen Link zu einer Sendung des Schweizer Privatfernsehens QS24, in der Basiswissen zu Steinen und deren Wirkungen aufgrund von Farbe, Härte und chemischer Zusammensetzung erläutert wird. Zu Gast ist mein Facebook-Freund Bruno Vogler Pfeiffer von der Heilsteinschule Schweiz in Asp (www.heilsteinschule.ch):

 

https://youtu.be/m9F6Y-u3bEk

 

Über Fragen, Ergänzungen und Kommentare freue ich mich!

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Foto: Pixabay

Edelsteine: Magnesit

Name

Nach Gienger1 trägt der Magnesit (lat. magnes) seinen Namen nach der thessalischen Landschaft Magnesia. Es ist aber nicht sicher, ob der antike weiße magnes mit dem heutigen Mineral identisch ist. Bis zur Identifikation des enthaltenen Magnesiums 1808 war es schwierig, Magnesit und Kalk abzugrenzen. Das ist in vielen Synonymen sichtbar: Bitterkalk, Bitterspat, Magnesitspat, Talkspat und andere.

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Die Steinheilkunde

Nachdem ich die letzten Jahre diverse Blogs über verschiedene Edelsteine geschrieben habe, ist es nun an der Zeit, meine Edelstein-Lieblingsbücher vorzustellen.

 

Michael Gienger: Die Steinheilkunde. Ein Handbuch.

Mit Fotos von Ines Blersch

Saarbrücken 15. Auflage 2005 als Jubiläumsausgabe

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