Meditationen für “Fortgeschrittene” (3)

Nein, in der Meditation geht es nicht um immer mehr – immer besser – immer abgefahrener – so wie im Verkauf. Nein, Meditation ist kein Leistungssport Im Sinne von immer höher, immer besser, immer weiter. Nein, in der Meditation trägst du dich nicht in Kurse für Anfänger, Mittelstufe und Fortgeschrittene ein.

Ja, in der Meditation macht es Sinn, dir aus einem bunten Angebot von Übungen die ein, zwei oder drei herauszupicken, die dir am meisten entsprechen und am ehesten dienen. Ja, in der Meditation ist es durchaus üblich und hilfreich, mit diesen ein bis drei Lieblingsübungen über Monate oder gar Jahre zu praktizieren.

Je nach Persönlichkeitstyp, Lebensphase und persönlich-spiritueller Entwicklung kann es aber sein, dass du irgendwann deine Praxis erweitern oder verändern, ergänzen oder vertiefen möchtest.

Dazu dienen die folgenden – komplexeren – Übungen als Angebot zum Ausprobieren.

Am 10. April ging es los mit drei Meditationen:

1. Gedanken und Gefühle umarmen,

2. Erdungs-Meditation und

3. Friedvoller Ort sowie

4. einem Tipp zum Benennen von Erfahrungen.

Am 22. Mai ging es weiter mit den drei Meditationen zum Umgang mit den Gefühlen:

1. Angst,

2. Ärger und

3. Traurigkeit.

Und heute wird es dann noch komplexer und hilfreicher mit den drei Meditationen:

1. Negative Muster auflösen,

2. Fokussieren – Blockaden auflösen und

3. Den inneren Guru um Rat fragen.


Meditation: Negative Muster auflösen

Es gibt mächtige, lebensfördernde Kräfte, die du nutzen kannst, um dein Wachstum und deine Heilung zu fördern. In dieser Meditation leitest du diese Kräfte so, dass du alles Negative loslässt und es durch positive, heilende Enerie ersetzt.

Nimm zunächst eine ruhige Sitzposition ein und beobachte das Kommen und Gehen deines Atems.

Stell dir jetzt eine leuchtende Kugel aus weißem Licht vor, die ein wenig vor dir etwa 30 Zentimeter über deinem Kopf schwebt. Diese Kugel strahlt alle positiven, heilenden, harmonisierenden Eigenschaften aus, die du dir vorstellen kannst: Freude, Frieden, Glück, Kraft, Liebe, Mitgefühl, Mut.

Sobald du ein klares Bild von dieser Kugel hast, stell dir vor, wie deine positive, heilende Energie deinen Körper und Geist wie das Licht von tausend Sonnen durchstrahlt, alles Negative und Enge beseitigt und durch positive, heilende Energie ersetzt.

Stell dir diese starke, heilende Energie vor, die jede Zelle deines Wesens durchflutet, alle quälenden Blockierungen und Verspannungen auflöst und dich rein, klar und ruhig zurücklässt.

Stell dir jetzt vor, wie diese leuchtende Kugel allmählich dein Herz erfüllt und von dort weiter diese starke heilende Energie ausstrahlt.

Stell dir vor, wie du dich in ein leuchtendes Wesen mit einer Kugel aus Licht im Herzen verwandelst, die unaufhörlich positive, heilende Energie ausstrahlt.

Beende die Übung und bewahre dir die Gefühle und Bilder, die sie in dir hervorgerufen hat, für den Rest des Tages.

Fokussieren: Blockaden auflösen

Diese Meditation basiert auf der Erkenntnis, dass sich ein Problem als Körperempfindung manifestiert. Indem du dich auf genau diese Körperstelle konzentrierst, kannst du wertvolle Informationen darüber entdecken, wer du bist und was du wirklich willst und brauchst!

Beim ersten Mal erscheint diese Meditation a bisserl kompliziert und schwer greifbar. Wenn du dich dennoch drauf einlässt, wirst du merken, dass sie es echt in sich hat!

Setz dich bequem hin und entspanne einige Augenblicke.

Fühle in dich hinein. Frage dich:

– Wie geht es mir?

– Was ist nicht in Ordnung?

– Worauf konzentriert sich meine Aufmerksamkeit?

Suche dabei nicht nach einer bestimmten Emotion, sondern nach etwas weniger Greifbaren; es ist kein Gefühl, kein Gedanke, sondern eher ein Wissen deines Körpers. So wie du z.B. bei einer bestimmten Person oder Situation empfindest.

Nimm das, was kommt, lege es beiseite und stelle dieselben Fragen immer wieder, bis du drei Punkte gesammelt hast, auf die du dich im Augenblick fokussieren möchtest.

Wähle einen Punkt aus. Gib ihm Raum, ohne dich darin zu verzetteln. Achte nicht auf deine Gedanken und Analysen in deinem Geist, sondern bleibe einfach mit deiner gefühlten Empfindung bei diesem Punkt in seiner Gesamtheit.

Frage dich: Was ist der Kern dieses Problems?

Zieh keine voreiligen Schlüsse und versuche nicht, über den Verstand zu verstehen. Lass einfach zu, dass dieser Kern lautlos hervorkommt. Vielleicht stellst du fest, dass du etwas anderes bekommst, als dein Geist erwartet hat. Na sowas! Du weißt es mit deinem Körper.

Bleibe mit dem Kern der gefühlten Empfindung mindestens eine Minute lang sitzen. Lass zu, dass ein Bild, ein Wort oder ein Gefühl aus ihm hervorsteigt.

Versuche nicht, es zu verstehen. Bleib dir des Kerns der Sache einfach mit einer sanften Neugier bewusst und warte entspannt darauf, dass sich ein tieferes Wissen enthüllt.

Vergleiche dieses Bild, Wort oder Gefühl mit der gefühlten Empfindung in deinem Körper und frage: Ist dies richtig? Passt das?

Wenn dies der Fall ist, wirst du eine Verschiebung fühlen: einen Seufzer der Erleichterung oder eine deutliche Entspannung in deinem Inneren.

Wenn dies nicht der Fall ist, frage: Was fühlt sich denn richtig an? Denke dabei daran, dass du nicht deinen Geist, sondern deinen Körper befragst.

Wenn du eine Antwort bekommst, die sich stimmig anfühlt, bleibe einen Moment schweigend mit ihr sitzen und gib deinem Körper Gelegenheit zu reagieren.

Meditation: Den inneren Guru um Rat fragen

Befrage deinen inneren Guru! Letzten Endes ist er nämlich die einzige Quelle der Weisheit, auf die du dich verlassen kannst.

Nimm zunächst eine ruhige Sitzposition ein und atme einige Male tief ein. Entspanne dich mit jedem Ausatmen ein wenig mehr und lass los.

Stell dir vor, du befindest dich an einem sicheren, bequemen, friedlichen Ort.

Visualisiere diesen Ort so klar und lebhaft wie möglich mit all deinen Sinnen.

Während du diesen friedlichen Ort erforschst, spürst du vielleicht die Anwesenheit eines weisen und mitfühlenden Wesens, das dein Höheres Selbst oder deine tiefste Wahrheit verkörpert.

Wenn du dich immer mehr entspannst und öffnest, nimmt dieses weise und mitfühlende Wesen allmählich Gestalt an.

Beachte, wie dir dieses Wesen erscheint: Hat es vielleicht die Gestalt einer weisen alten Frau oder eines weisen alten Mannes? Oder erscheint dir ein Objekt wie ein Baum oder eine Blume? Oder hast du ein bestimmtes Gefühl in deinem Bauch, deinem Herzen, deinem Körper?

Verbringe einige Momente schweigend in der Gegenwart dieses weisen und mitfühlenden Wesens.

Nimm dir jetzt etwas Zeit, um Fragen zu stellen, die dir am Herzen liegen, und Antworten zu erhalten.

Bevor du dich verabschiedest, kannst du das Wesen bitten, dir ein Geschenk zu geben. Ein Geschenk, das die Eigenschaften verkörpert, die du in diesem Augenblick benötigst.

Wenn du das Gefühl hast, erfüllt zu sein, danke dem Wesen für die gemeinsame Zeit und öffne allmählich deine Augen.

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Alle Meditationen leicht abgewandelt aus: Stephan Bodian: So leicht geht Meditation für Dummies, München 2015

Bilder: Pixabay

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