Was machen die Farben der Edelsteine mit dir?

Wie wirken die Farben der Edelsteine auf dich?

Was machen sie mit dir? Mit deinem Körper? Deinem Fühlen? Deinem Denken?

Faszination der Farbe

Es ist ein Wunder, dass in dem dunklen Inneren der Erde so farbenprächtige Dinge wie Edelsteine entstehen!

Die Farbenpracht der Edelsteine steht dabei der Schönheit der Blumen und Blüten in nichts nach. Ganz im Gegenteil, schreibt Gienger: „Während jene vergänglich sind, welken und zerfallen, ist die Farbe edler Steine (meist) unvergänglich“. In vorwissenschaftlicher Zeit wurde die Farbe sogar als göttliche Erscheinungsform angesehen.

Aus der Sicht der Wissenschaft ist Licht eine Energieform, die sich als Strahlung von einer Lichtquelle ausbreitet. Die Physik definiert Farben als spezifische Spektren des Lichts. Die Farben werden in Farbton, Sättigung und Helligkeit analysiert und in ein DIN-Farbsystem eingeordnet.

Wenn ein Lichtstrahl auf einen Körper trifft, wird er reflektiert (zurückgestrahlt) oder absorbiert (aufgenommen). Ein Lichtstrahl kann – z.B. durch ein Prisma – in seine Einzelteile zerlegt werden. Wir sehen dann die Farben des Regenbogens von rot über orange, gelb, grün, blau bis violett.

Weißes Licht ist die Summe aller Farbstrahlen, das heißt: Es enthält alle Farben. Dagegen ist Schwarz die Abwesenheit von Licht und damit auch aller Farbstrahlen.

Komplementärfarben sind die sich jeweils im Farbkreis gegenüberstehenden Farben:

Rot – Grün,

Orange – Blau,

Gelb – Violett.

Als Farbstrahlen ergänzen sie sich zu Weiß.

Als Farbstoffe ergänzen sie sich zu Schwarz.

Ein violett erscheinendes Mineral absorbiert z.B. die gelbe Farbe und reflektiert die violette.

In der Steinheilkunde spielen die Komplementär- oder Ergänzungsfarben eine wichtige Rolle (s.u.).

 

Die Wirkung der Farben

Nach Kühni/von Holst üben die Farben einen enormen Einfluss auf den Körper und seine Funktionen aus. Und zwar völlig unabhängig vom Wissen und Glauben einer Person. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass jede Zelle des Körpers auf Licht reagiert. Die sogenannten warmen Farben Rot, Orange und Gelb werden tatsächlich als wärmer empfunden als die sogenannten kalten Farben Grün, Blau und Violett, z.B. wenn sie als Wandfarbe erscheinen. Diese Tatsache ist schon ein deutliches Indiz dafür, dass die Farben nicht nur von den Augen wahrgenommen werden, sondern vom gesamten Körper.

Eva Heller hat in einer großen Umfrage fast 2000 Frauen und Männer aller Altersstufen zu der Wirkung von Farben befragt. Sie unterscheidet in ihrem Buch zur Farbwirkung sechs unterschiedliche Effekte von Farben:

1. Psychologische Wirkungen

Farben können automatisch-unbewusste Reaktionen auslösen. Diese psychologischen Wirkungen entstehen aus verinnerlichten Grunderfahrungen. Grün wirkt beruhigend und neutral. Es steht zwischen den Extremen Rot und Blau. „Rot ist heiß, Blau ist kalt, Grün ist lau. Rot ist nah, Blau ist fern, Grün liegt in der Mitte. Als Farbe der Mitte symbolisiert Grün in tiefenpsychologischen Farbtests Ruhe und Ausgeglichenheit“, schreibt Heller.

Gelb ist in diesem Zusammenhang die zwiespältigste Farbe. Gelb wird verbunden mit Sonne, Optimismus, Licht, Erleuchtung und dem edlen Gold. Aber auch mit Neid, Geiz und Egoismus. Gelb ist außerdem bekannt als aufdringliche Warnfarbe und als Kennfarbe der Geächteten.

2. Symbolische Wirkungen

Farben können abstrakten Begriffen zugeordnet werden. Auch diese symbolische Beziehung erfolgt durch gesammelte Erfahrungen – häufig kollektiv, häufig über Jahrhunderte hinweg überliefert.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Die Hoffnung entsteht nach einer kalten, dunklen Zeit der Entbehrungen, so wie der grüne Frühling auf den kargen Winter folgt.

3. Kulturelle Wirkungen

Die unterschiedlichen Lebensbedingungen verschiedener Kulturen schaffen voneinander abweichende Farbwirkungen. Wenn ein Brite „blau“ ist, ist er nicht betrunken, sondern ziemlich deprimiert. Während Grün in Europa die normale Landschaftsfarbe ist, ist es für Völker der Wüste die Farbe des Paradieses. Deshalb ist Grün auch die heilige Farbe des Islam und unter anderem auf Flaggen und Kuppeln von Moscheen zu finden. 

 4. Politische Wirkungen

In der Politik haben Farben eine besondere Symbolik. Rot ist z.B. die Farbe der Revolutionsfahnen und die Grundfarbe der Flaggen sozialistischer Staaten.

5. Traditionelle Wirkungen

Sich nicht spontan erschließende Farbwirkungen gehen oft auf alte Verfahren der Farbgewinnung und der Färberei zurück. Die Farbe Grün gilt auch als giftig – giftgrü – da die grünen Malerfarben früher hochgiftiges Arsen enthielten. So mancher Adelige und Reiche hat sich aus Versehen bzw. Unwissenheit allmählich mit den Ausdünstungen grüner Tapeten vergiftet.

6. Kreative Wirkungen

Farben bekommen neue Wirkungen durch das fantasievolle Durchbrechen von Seh-Gewohnheiten. Designer und andere Kreative spielen mit ungewöhnlichen oder unmöglichen Farbe. Das dahintersteckende Prinzip an einem Beispiel: Was bisher immer blau war, bekommt mal eine andere Farbe. Was bis heute nie blau war, bekommt eben drum eine blaue Farbe.

Im letzten Dezember habe ich auf einem Foto einen völlig neuartigen Weihnachtsbaum gesehen. Dieser bestand aus Weihnachtssternen, die dicht an dicht an ein entsprechend geformtes Gestell gehängt waren. Das Ergebnis: ein knallroter, fluffiger Weihnachtsbaum. Sah anders aus, wirkte anders. Toll.

 

Entstehung der Mineralfarbe

Wir sind jetzt im Bereich der physikalischen Eigenschaften von Mineralien gelandet. Wie gesagt, Farben sind spezifische Spektren des Lichts. Sie sind als Strahlung mit einer bestimmten Frequenz und Länge definiert. Einfallendes Licht besteht aus verschiedenen Wellenlängen. Manche davon werden beim Durchlaufen eines Minerals besonders stark von den Elektronen verschluckt.

Die übrig bleibenden Wellenlängen bestimmen dann die Farbe:

  • Werden alle Wellenlängen von einem Edelstein durchgelassen, ist der Stein farblos.

  • Wird dagegen alles Licht absorbiert, erscheint der Stein schwarz.

  • Wird von allen Wellenlängen gleich viel aufgenommen, ist der Stein trüb weiß oder grau.

Einflussfaktoren

Die Farbe eines Minerals wird im wesentlichen von drei Punkten beeinflusst:

1. von der chemischen Zusammensetzung eines Minerals,

2. von der Verwachsung mit anderen Mineralien und

3. von Defekten im Kristallgitter.

1. Chemische Zusammensetzung

Am wichtigsten für die Färbung eines Minerals ist seine chemische Zusammensetzung. Seine typische Eigenfarbe wird durch die Elemente und deren Elektronen-Ausrichtung bestimmt. Manche Mineralien sind durch sehr geringe Gehalte von Spurenelementen gefärbt, wie z.B. beim Fluorit.

Selbst kleinste Beimengungen mancher Elemente können deutliche Farbänderungen hervorrufen.

Die Elemente, die als klassische Farbgeber in Mineralien fungieren, sind vor allem die Übergangsmetalle:

Zum Beispiel färbt Chrom je nach Wertigkeit grün, orange oder violett.

Mangan kann je nach Wertigkeit braun, schwarz oder violett färben.

Cobalt färbt in natürlichen Mineralen rosarot bis violett.

Nickel bringt eine grüne Farbe hervor.

Kupfer ist bekannt für schöne blaue und grüne Farben.

Das wichtigste und häufigste Element ist aber Eisen. In seiner zweiwertigen Form bringt es grünliche Farben hervor, in seiner dreiwertigen braune, rotbraune oder schwarze.

Die Intensität der Farbe hängt natürlich von der Konzentration ab:

Je mehr Metall in einem Stein enthalten ist, desto dunkler wird die Farbe.

2. Verwachsung mit anderen Mineralen

Die Verwachsung mit anderen Mineralen kann die Eigenfarbe eines Minerals verändern. Einerseits geschieht dies durch die Farbe des eingeschlossenen Minerals, andererseits durch Lichtbrechungseffekte an winzigen Fasern, die manchmal in den anderen Mineralen eingeschlossen sind.

Ein Beispiel ist der Blauquarz, bei dem die blaue Farbe durch Einwachsungen von haarfeinem Amphibol entsteht.

3. Defekte im Metallgitter

Im Normalfall sind die Kristallgitter fehlerfrei geordnet. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. So können Gitterbaufehler, also Unregelmäßigkeiten der Atomstruktur, die Farbe des einfallenden Lichts verändern. In der Folge entsteht ein anderer Farbeindruck. Am häufigsten sind Gitterzerstörungen, die durch natürliche radioaktive Strahlung entstehen. Diese Zerstörungen lassen zum Beispiel den Rauchquarz dunkelbraun bis fast schwarz werden.

Steinheilkunde

Die Steinheilkunde geht davon aus, dass alle inneren Prozesse, ob körperlicher, geistiger oder seelischer Natur, zusammenwirken und energetische Phänomene erzeugen. Jeder Gedanke und jedes Gefühl sind mit bestimmten chemischen Reaktionen im Körper verbunden. Dabei entsteht entweder Energie oder Energie wird verbraucht. Es werden somit bestimmte Lichtspektren erzeugt oder aufgenommen. Durch die Gleichsetzung von Farbe, Licht und Energie führt das menschliche Erleben zu einer „Farbbildung“ im Körper. Diese sucht einen Ausgleich, um den neutralen Zustand – Weiß oder Schwarz – zu erreichen. Dieser Ausgleich soll über das äußere Zuführen der ergänzenden Komplementärfarbe erreicht werden. Aus diesem Grund kann die Mineralfarbe beim Auflegen oder Tragen eines Steins bestimmte Stoffwechsel- und Organfunktionen sowie die Gefühle und das Denken anregen.

Rote Edelsteine

Rote Steine wirken anregend, erhitzend und beschleunigend. Sie stimulieren Kreislauf, Blutgefäße und das Blut selbst. Rot fördert starke Gefühle wie Liebe oder Hass sowie die Verarbeitung von Lebenserfahrungen und führt so zu geistigen Wachstumsprozessen.

Beispiel: Roter Jaspis

Orangefarbene Edelsteine

Orange wirkt sanft anregend und belebend. Es fördert die Lebensqualität, stimmt heiter und fröhlich. Orangefarbige Steine stimulieren den Dünndarm und somit die Nährstoffaufnahme.

Beispiel: Orangen-Calcit

Gelbe Edelsteine

Gelb wirkt aufmunternd und lebensbejahend. Körperliche und geistige Verdauung werden angesprochen, ebenso das vegetative Nervensystem und die Organe Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse. Gelb vermindert Sorgen, stärkt Glück und Zufriedenheit und unterstützt die Reifeprozesse des Lebens.

Beispiel: Citrin

Grüne Edelsteine

Grün wirkt harmonisierend und beruhigend. Grün ist die Farbe der Lebenskraft. Es entlädt Wut und bringt Frieden, Initiative und Lebenswillen. Grün stimuliert Leber und Galle, Regenerationskraft und Entgiftung.

Beispiel: Prehnit

Blaue Edelsteine

Blau wirkt kühlend und beruhigend und fördert das Gefühl von Weite. Blaue Edelsteine sollen Angst lindern, Mut und Ehrlichkeit fördern und in Bewegung halten. Körperlich stimuliert Blau den Hormon- und Flüssigkeitshaushalt und die Tätigkeit von Blase und Nieren.

Beispiel: Sodalith

Violette Edelsteine

Violett wirkt befreiend – die Farbe der Emanzipation! Violett fördert Trauer und Erleichterung, Verständnis, Unterscheidungsvermögen, geistige Ruhe und Gelassenheit. Körperlich fördert es die Tätigkeit von Gehirn, sensiblen und motorischen Nerven, Haut, Lunge und Dickdarm.

Beispiel: Sugilith

Schwarze Edelsteine

Schwarz ist neutral. Es fördert die Konzentration und befreit von Ablenkungen. Schwarz wirkt absorbierend und daher stark anziehend.

Beispiel: Onyx

Klare, silberne und weiße Edelsteine

Klar, silber und weiß sind ebenfalls neutrale Farben. Sie unterstützen das Bestehende und machen es stärker sichtbar. Sie fördern Erkenntnis und Klarheit, eventuell auch Abschirmung.

Beispiele: Bergkristall, Mondstein

Bunte und farbig schillernde Edelsteine

Bunte und schillernde Farbmischungen wirken belebend, aufmunternd und bringen Lebensfreude. Sie fördern sowohl Zerstreuung als auch Erinnerung.

Beispiel: Opale

Fragen?

Nachfragen zu Anwendungsmöglichkeiten in konkreten Situationen und Anfragen für Einzeltermine gerne an mich! 🙂

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Text-Quellen:

Michael Gienger: Die Steinheilkunde, Saarbrücken 2005

Michael Gienger: Lexikon der Steinheilkunde, Saarbrücken 2006

Werner Kühni + Walter von Horst: Enzyklopädie der Stenheilkunde, München 2003

Gregor Markl: Minerale und Gesteine, Heidelberg 2008

Eva Heller: Wie Farben wirken, Reinbek bei Hamburg 1989

Bild-Quellen:

Herz: Pixabay/GDJ, Farbkreis: Pixabay/geralt, Zitronen: Pixabay/RichardJohn, Frühlingswald: Pixabay/ARTsbyXD, Moscheekuppel: Pixabay/Abdullah_Shakoor, rote Flaggen: Pixabay/3dman_eu, Giftflasche: Pixabay/qimono, blaue Banane und Zitrone: Pixabay/Alexas_Fotos, Fluorit: Pixabay/alusruvi, Eisen in Stein: Pixabay, Roter Jaspis: Pixabay/enjava, Citrin: Pixabay/Jasmin777, Prehnit: Pixabay/starbright, Bergkristall: Pixabay/wingsofcompassion, Bilder ohne Quellenangabe: Bettina Rutz

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