Edelsteine: Amethyst

Der Amethyst ist einer meiner allerersten Lieblingssteine, zusammen mit Aquamarin und Granat. Meine Mutter hatte einen wunderschönen facettierten Amethyst als Anhänger in Gold, den ich schon als kleines Kind bewunderte.

Amethyst benutze ich bei jeder – wirklich jeder – Edelstein-Entspannung, so individuell und anders die auch sonst jedes Mal ist. Ein wunderschönes Exemplar lege ich stets über den Kopf für eine Aufrichtung des ganzen Körpers und seine Ausrichtung nach oben. Entsprechend sorgt dann ein Stück versteinerten Holzes unter den Füßen für eine gute Erdung. Du bist dann also aufgespannt zwischen Himmel und Erde. So wie bei der Baum-Position im Yoga: Fest verankert in der Erde und hoch aufgerichtet gen Himmel. Das funktioniert auch beim Liegen, wie mir im Nachgespräch immer wieder begeistert berichtet wird.

 

Mineralogie

Amethyst ist die violette Varietät und der begehrteste Stein aus der Gruppe der Quarze. Die Vertreter der Quarz-Gruppe gehören zur IV. Mineralklasse der Oxide. Quarz ist eines der häufigsten Minerale der kontinentalen Kruste und in vielen Gesteinen vertreten. Andere Varietäten sind zum Beispiel der rosa Rosenquarz, der gelbe Citrin, der graubraune Rauchquarz und der farblose oder weiße Bergkristall. Die Vielzahl von Farben rührt einerseits von radioaktiver Bestrahlung wie beim Amethyst und Rauchquarz und andererseits von winzigen Einlagerungen anderer Elemente her, beim Rosenquarz zum Beispiel von Titan und Rutil1. Das griechische Wort „amethyein“ bedeutet „nicht betrunken“. Nach altgriechischer Auffassung bewahrt der Edelstein nämlich vor Trunkenheit und im gesamten Altertum galt der Amethyst als Amulett gegen Trunkenheit.

Es gibt ergänzende Zuordnungen wie zum Beispiel:

 

 

  • Amethystquarz ist ein stark getrübter Amethyst und
  • Chevron-Amethyst ein undurchsichtiger Stein mit milchigen Quarzbändern.

Die Varianten Amethystquarz und Chevron-Amethyst bilden in der Regel derbe Massen. Das heißt, dass sie nicht von Kristallflächen begrenzt sind.

Amethyst entsteht primär, also durch Erstarren von glühflüssigem, silikatischem Magma in der Kruste oder an der Oberfläche der Erde. Amethyst bildet sich bei Temperaturen zwischen 100 und 250 Grad Celsius aus schwach eisenhaltiger Kieselsäurelösung. Zur Entstehung seiner violetten Farbe muss außerdem radioaktive Strahlung aus dem Umgebungsgestein vorhanden sein, „die einen Teil des Eisens im Quarz in die seltene vierwertige Oxidationsstufe versetzt. Durch Erhitzen oder Sonnenlicht kann dieser Vorgang umgekehrt werden, weshalb manche Amethyste in der Sonne verblassen.“2

Amethyst bildet trigonale Kristalle aus, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Die Kristallspitzen sind wie Zähne aufgewachsen. Sie bilden wunderschöne Kristallrasen in Blasenhohlräumen vulkanischer Gesteine. Das sind die sogenannten Amethyst-Drusen. Die Kristallteile werden zur weiteren Verwendung abgeklopft bzw. abgebrochen. Da die Kristallspitzen selten größer als 3cm sind, sind große Verarbeitungsformen selten und teuer. Kleinere Formen wie Kugel- und Splitterketten, Anhänger und Trommelsteine sind dagegen gängiger und günstiger. Amethyst enthält in Spuren Aluminium, Eisen, Calcium, Magnesium, Lithium und Natrium. Durch Brennen bei Temperaturen zwischen 470 und 750 Grad Celsius entstehen hellgelbe, rotbraune, grüne oder farblose Varietäten. Möglichkeiten der Verwechslung bestehen mit Edelberyll, Fluorit, Kunzit, Spinell, Topas, Turmalin und gefärbtem Glas. Außerdem gibt es große Mengen von synthetischem Amethyst.3

Amethyst gehört zu den klassischen Schmucksteinen. Früher war er ein beliebter Edelstein bei kirchlichen VIPs. Außerdem ist der Amethyst ein seit Jahrtausenden geschätzter Heilstein, der bereits bei Hildegard von Bingen, Paracelsus und anderen beschrieben wurde.

Wirkung

Zur Wirkung schreibt Gienger:

Getreu seinem Namen fördert Amethyst Nüchternheit, Konzentrationsfähigkeit und geistige Wachheit. Er hilft, Erfahrungen und Wahrnehmungen geistig zu verarbeiten und, unter das Kopfkissen gelegt, das nächtliche Traumgeschehen zu klären. Da Amethyst langfristig beruhigend wirkt und den inneren Frieden fördert, wird er auch als Meditationsstein verwendet. (…) Zur Meditation wird Amethyst ruhig betrachtet, ansonsten auf die betroffenen Stellen aufgelegt oder unmittelbar am Körper getragen. Amethyst-Drusen wirken reinigend und befreiend auf den ganzen Raum.“2

Bei mir steht zum Beispiel eine Amethyst-Druse auf der Ecke des Schreibtisches fast genau in der Mitte meines Arbeitszimmers und das ist zumindest sehr schön!

Kühni und von Holst4 zählen den Amethyst aufgrund seiner klärenden Wirkung zu den „unverzichtbaren Heilsteinen.“

Körperlich führen sie u.a. entzündungshemmende, fiebersenkende und Haut reinigende Wirkungen auf sowie Hilfe bei Erkrankungen der Atemwege. Amethyst soll hilfreich sein bei nervösen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sowie Menstruationsbeschwerden mildern.

Seelisch soll Amethyst bei Kummer und Trauer helfen und die Bewältigung von Verlusten unterstützen. Amethyst soll Angstzustände und Prüfungsängste mildern und einen ruhigen Schlaf fördern. Der Edelstein soll den analytischen Verstand stärken, die Konzentration verbessern und zu konsequentem Handeln ermutigen.

In der Chakren-Lehre wird der Amethyst dem oberen Chakra, dem Kronen-Chakra, zugeordnet.

Anwendung

Grundsätzlich gilt: „Je dunkler, desto intensiver die reinigende Wirkung und desto besser ist er gegen Schmerzen, wie z.B. Ischias-, Schulter- und Spannungskopfschmerzen.“4

Amethyst wird:

  • auf die betroffenen Stellen aufgelegt,

  • als Kette oder Anhänger getragen,

  • als Trommelstein in der Hosentasche mitgeführt und immer mal wieder mit der Hand berührt,

  • als Armband am Handgelenk und damit am Puls getragen,

  • als Kristall in Hautcreme eingelegt,

  • als Drusenstück zum Ausstreichen von Energien benutzt,

  • als Wasserstein in Trinkwasser eingelegt oder

  • als Druse, Kristallgruppe oder Obelisk im Raum aufgestellt.

Außerdem werden andere Mineralien nach der mechanischen Reinigung unter fließendem kalten Wasser zur energetischen Reinigung und Aufladung in Amethystdrusen oder auf größere Drusenstücke aufgelegt, am besten über Nacht.

Abgesehen davon, dass es brasilianische Amethyst-Drusen in der unglaublichen Größe von 10 x 5 x 2m und über 70t Gewicht gibt und Amethyst-Einzelkristalle aus Sambia bis zu 80 cm hoch sein können4, ist Amethyst als Edelstein grundsätzlich ein Wunder der Natur! Er ist bildschön anzusehen und es macht einfach Spaß, ihn aufzustellen oder zu tragen und ihn damit regelmäßig im Blick zu haben!

Wenn du neugierig bist und Lust hast, ihn auch einmal in einer Entspannungs-Session kennenzulernen, melde dich gerne bei mir und wir verabreden uns für eine wunderschöne neue Erfahrung!

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1Gregor Markl: Minerale und Gesteine. Heidelberg 2. Auflage 2012

2Michael Gienger: Lexikon der Heilsteine. Saarbrücken 7. Auflage 2006

3Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. München 13. Auflage 2002

4Werner Kühni, Walter von Holst: Enzyklopädie der Steinheilkunde. München 3. Auflage 2009

Fotos: Bettina Rutz (Beitragsbild + Chevron-Amethyst mit Eurostück zum Größenvergleich); Pixabay

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