Aromatherapie: Zitrone

In meinem historischen, zu Studienzeiten gekauften und immer noch geliebten Buch „Himmlische Düfte“ aus dem Jahr 1990 steigt Susanne Fischer-Rizzi in das Kapitel zur Zitrone folgendermaßen ein: „Die Zitrone erweckt ein Bild von Frische und Sauberkeit. Sie wird sogar zu einem Symbol für besondere Reinlichkeit im (oft übertriebenen) Kampf der Hausfrau gegen Schmutz und Keime. Wenn nicht, wie könnte der größte Teil aller Haushaltsprodukte die etwas mit Putzen, Frische und Desinfektion zu tun haben, mit Zitronenduft parfümiert sein?“

😉

 

Biologie

Was die Botanik betrifft, ist der Name der Zitrone „Citrus limonum“. Sie gehört zur Familie der Rautengewächse/Rutaceae, der insgesamt 1600 Arten zugerechnet werden. Ihr Ursprungsland ist Asien, heute wird die Zitrone rund ums Mittelmeer und in Amerika kultiviert. Sie bildet einen kleinen, bis zu fünf Meter hohen Baum, der das ganze Jahr über Früchte und Blüten trägt. Die Blätter des Zitronenbaums sind nach Fischer-Rizzi „eiförmig, immergrün, glatt, dunkelgrün, mit welligem Rand.“ Die Blüten sind weiß und treten einfach oder paarig auf. Die Essenz der Zitrone wird durch Kaltpressung aus den Schalen gewonnen. Sie ist „besonders licht- und wärmeempfindlich; flüssig, schwachgelb bis grünlich“ und hat den typischen frischen Zitronengeruch. Aus 1500 – 3000 Zitronen erhält man, je nach Erntezeit, 1 kg Öl.

 

Allgemeine Wirkung

Als körperliche Wirkung der Zitrone werden bei Fischer-Rizzi und Werner die folgenden aufgeführt: abwehrstärkend, antiseptisch, desinfizierend und desodorierend, fiebersenkend, gefäßstärkend, herzstärkend, keimtötend, immunstimulierend, regt Bildung weißer Blutkörperchen an, säureneutralisierend.

Als geistig/psychische Wirkung werden bei Werner Aktivierung und Stimmungsaufhellung aufgeführt.

 

Spezifische Anwendungen

Anwendungen sind nach Fischer-Rizzi neben dem Desinfizieren von Räumen die folgenden: Asthma, Blutarmut, blutende Wunden, Erkältung, Fieber, Gicht, Halsentzündung, Harnleiterentzündung, Hautausschläge, infektiöse Erkrankungen, Insektenstiche, Krampfadern, Magenübersäuerung, Rheuma, Schwellungen.

 

In Bezug auf die Haut führt Fischer-Rizzi zusätzlich noch die antiseptischen und entschlackenden Wirkungen an und führt als Anwendungsbereiche fettige Haut, gestaute Haut, geplatzte Äderchen, Sommersprossen sowie brüchige Nägel und Sportmassagen an.

 

Bezüglich der Haare erwähnt Fischer-Rizzi insbesondere blondes Haar, fettiges Haar und Schuppen und betont, dass die Essenz Glanz ins Haar bringe.

 

Nach Werner ist nicht „nur der Duft der Zitrone, der gemeinhin für Sauberkeit und Frische steht“, hilfreich bei Fußschweiß. Abgesehen von des desodorierenden Wirkung besitzt ihr ätherisches Öl besitzt außerdem eine keimtötende, also desinfizierende Wirkung. Als Alternativöle fungieren alle anderen Zitrusöle. In der Aromatherapie sind Mischungen zum Einreiben der Füße oder als Ätherisch-Öl-Mischung mit Meersalz für ein Fußbad erhältlich.

 

Bei Fieber, Halsschmerzen und Angina zeigt sich nach Werner die „außerordentlich heilsame Wirkung des Zitronenöls“ in der Raumdesinfektion und der körperlichen Anwendung: „Ein paar Tropfen ätherisches Zitronenöl in das Wasser für den Waden- oder Brustwickel getropft, verstärken dessen fiebersenkende Wirkung.“ Das Öl hat zusätzlich zu der fiebersenkenden eine antiseptische und immunstimulierende körperliche Wirkung und wirkt zusätzlich auf der geistig-psychischen Ebene als Stimmungsaufheller.

 

Auf der psychischen Ebene wirkt der Duft der Zitrone bei Asthenie/Antriebsschwäche und fördert nach Werner „schon in niedriger Dosierung geistige Frische. Das Öl bewirkt zudem eine ausgeglichene Stimmungslage, in der auch Kreativität gedeihen kann.“

 

VORSICHT:

Nach Werner kann das Öl „aufgrund seines allerdings geringen Anteils an Furocumarinen (~1,5 %) in sehr hoher Dosierung bei starker Sonnenbestrahlung eine phototoxische Hautreaktion auslösen. In physiologischer Dosierung (0,5 – 1 %) sind keine Nebenwirkungen bekannt“.

 

Küche

Last but not least wird Zitrone in der Küche für Eis, Gebäck, Kuchen, Süßspeisen sowie für Limonaden und Likör eingesetzt. Erst kürzlich habe ich zudem Lemon Curd entdeckt, eine v.a. in Großbritannien und Nordamerika beliebte Zitronencreme, die nicht nur wie Marmelade als Brotaufstrich verwendet wird, sondern mit der u.a. auch köstliche Desserts gezaubert werden können.

🙂

 

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Text-Quellen:

Susanne Fischer-Rizzi: Himmlische Düfte, München 1990

Monika Werner: Mind-Maps Aromatherapie, Stuttgart 2013 (2. Auflage)

Bild-Quelle:

Pixabay

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