Auch wenn ich die Zirbelkiefer erst seit ein paar Jahren richtig wahrgenommen habe, widmet Susanne Fischer-Rizzi in meinem quasi historischen, zu Studienzeiten gekauften und immer noch geliebten Buch „Himmlische Düfte“ aus dem Jahr 1990 ihr ein fünfseitiges Kapitel, das sie recht poetisch beginnt: „In den Hochalpen, in einer Höhe von 1 800 bis 2 400 Metern Höhe, begegnet man einem der zähesten, trotzigsten Bäume der Erde, der Zirbelkiefer oder Arve. Dort oben, in der ´Kampfzone´, in der nur die standhaftesten der Bäume überleben, widersteht sie den zerstörenden Gewalten der Berghöhen. Keine andere Holzart erträgt wie sie die extremen Temperaturschwankungen von Sommer und Winter hier oben am äußersten Rand der Baumgrenze. Schwere Schneelasten brechen ihre Äste, Blitze fällen die Kronen oder spalten den Stamm, schneidende Kälte dringt ins Holz. Die Arve jedoch lässt sich nicht unterkriegen. Mit ungebrochenem Lebenswillen bildet sie neue Seitenäste aus, oft mehrere gleichzeitig. Der Druck der Naturgewalten gibt ihn den Impuls zu mehr Lebenswillen. (…).
Großartig, oder!?
In der 2. aktualisierten Auflage (2013) der Mind-Maps Aromatherapie von Monika Werner, die ich ansonsten häufig konsultiere, ist die Zirbelkiefer oder Arve hingegen nicht erwähnt.
Biologie
Der botanische Name der Zirbelkiefer ist Pinus cembra und sie gehört zur Familie der Kieferngewächse. Der Baum wird bis zu zwanzig Meter hoch und ist von oben bis unten dicht benadelt. Die Rinde ist „in der Jugend silbergrau, glatt, später graubraun.“ Die Nadeln haben eine blaugrüne Farbe und werden bis zu 8 cm lang. Ihre Blüten sind rostrot und beerenförmig, die Zirbelkiefer erreicht ihre Fruchtbarkeit erst zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Noch einmal eine wunderschöne Beschreibung von Fischer-Rizzi: „Die Zirbelkiefer hat Zeit; lange ruht sie in den Wintermonaten in und unter Schnee. Ihre Vegetationsperiode dauert nur 2 bis 3 Monate. In ihren ersten 20 Lebensjahren wird sie nur etwa einen Meter hoch. Mit 200 Jahren schließt sie ihr Höhenwachstum ab und hat dann einen Durchmesser von nur 40 Zentimetern. Ihren Stamm verdickt sie bis ins höchste Alter von 800 Jahren.“
Die Essenz wird durch Wasserdampfdestillation aus den zerkleinerten Zweigen gewonnen und ist flüssig-klar. Aus 100 kg Pflanzen erhält man 400 – 1000 g ätherisches Öl. Den Duft der Zirbelkiefer beschreibt Fischer-Rizzi als würzig, harzig, holzig, balsamisch.
Allgemeine Wirkung
Die körperliche Wirkung der Zirbelkiefer beschreibt Fischer-Rizzi als antiseptisch, schleimlösend und durchblutungsfördernd.
Im geistig-seelischen Bereich charakterisiert sie die Wirkung als stärkend, reinigend und aufbauend.
Spezifische Anwendungen
Als Anwendungsbereiche auf körperlichem Gebiet führt Fischer-Rizzi die folgenden auf: „Erkältungskrankheiten, Grippe, Sinusitis, Bronchitis, Lungenentzündung, Lungentuberkulose, Raucherhusten; Muskelverspannungen, rheumatische Beschwerden; Rekonvaleszenz.“
Zudem werden ihr positive Wirkungen bei schlecht durchbluteter und unreiner Haut zugeschrieben.
Da sie außerdem den Haarboden stärken soll, findet man die Zirbelkiefer auch als Inhaltsstoff in Shampoos sowie Haarwasser gegen Haarausfall.
Was Geist und Seele betrifft, empfiehlt Fischer-Rizzi die Verwendung von Zirbelkieferöl bei Angst, Mutlosigkeit, geschwächtem Selbstbewusstsein, Energielosigkeit, allgemeiner Schwäche und nervöser Depression.
Sonstige Nutzung
Von der Aromatherapie abgesehen wird das rötlich-braune Holz der Zirbelkiefer aufgrund seines besonderes Harzes und ätherischen Öls gerne für Möbel und Schnitzarbeiten genutzt. Das ätherische Öl durchsetzt das gesamte Holz und wirkt wie eine Imprägnierung, was den Baum gut gegen die extremen Witterungsbedingungen in den Alpen schützt und sich durch das verarbeitete Holz positiv auf seine Umgebung auswirkt.
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Text-Quellen:
Susanne Fischer-Rizzi: Himmlische Düfte, München 1990
Bild-Quelle:
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