Steine am Ostseestrand

Neben dem Schreiben von Blogs über viele wunderschöne Edelsteine ist es mir ebenfalls ein Anliegen, verschiedene Bücher über Edelsteine und Gesteine vorzustellen. Hier mein neuester Erwerb:

 

Rolf Reinicke:

Steine am Ostseestrand

Ribnitz-Damgarten 8. Auflage 2024

 

Der Autor

Rolf Reinicke ist Jahrgang 1943, Geologe und Landschaftsfotograf. Er zählt mit seiner Ehefrau Inge Reinicke zu den besten Kennern der Ostseeküste. Dort wandern sie seit Jahrzehnten gemeinsam und sammeln, fotografieren und dokumentieren dabei Steine. Natürlich haben sie im Laufe der Zeit ungezählte Strandsteine von ihren Wanderungen mit nach Hause gebracht. Rolf Reinicke hat zahlreiche Bücher veröffentlicht (z.B. auch zu Strand und Steinen auf Rügen oder zu Feuersteinen und Hühnergöttern) und auch die Fotos zu den Texten geliefert. Inge Reinick ist für das Lektorat und die Zeichnungen zuständig.

 

Der Klappentext

Was ist das für ein Stein? Woher kommt er? Wo findet man Fossilien? Wie alt sind diese Versteinerungen? Wie erkennt man Bernstein? Was ist ein Hühnergott? Woher kommen die Steine am Strand? Solche und viele andere Fragen zu den an der Ostsee gefundenen Strandsteinen werden in diesem Buch beantwortet – auf ebenso populäre wie unterhaltsame Weise, verständlich für jeden der lesen kann und mit eindrucksvollen Fotos illustriert.

Der Autor Rolf Reinicke, erfahrener Geologe, bekannter Landschaftsfotograf und erfolgreicher Buchautor, war fast drei Jahrzehnte als Wissenschaftler am Meeresmuseum in Stralsund tätig. Ungezählte Strandfunde konnte er in dieser Zeit den Museumsbesuchern bestimmen.

Rolf Reinicke ist zu Hause an den Stränden der deutschen Ostseeküste. Er hat alle in diesem Buch abgebildeten Strandsteine zusammen mit seiner Frau gesammelt und fotografiert.

Mit etwas Glück kann jeder Leser solche Strandsteine auch selbst finden und viele davon mit diesem Buch bestimmen.“

 

Das Buch

Das kleine Buch besteht aus knapp 80 Seiten und besteht aus den folgenden Kapiteln:

Faszination Strandsteine (Vorwort)

Gesteine

Fossilien

Bernstein

Mehr Wissen

 

Wesentliche Inhalte

Das kurze Vorwort dient der Beschreibung der Inhalte, Ziele und Grenzen des Buches: „Das Buch zeigt und beschreibt die wichtigsten und interessantesten Strandsteine. Es bietet aber keine Vollständigkeit. Die Abbildungen der zahlreichen Funde können auch zur Freude für jene dienen, die bei der eigenen Suche nach den Originalen wenig erfolgreich waren – und ihnen den Blick dafür schärfen.“

Im Kapitel zu den Gesteinen werden kristalline Gesteine und Ablagerungs- bzw. Sedimentgesteine vorgestellt. Fotos mit unterschiedlichen Varianten der entsprechenden Gesteine illustrieren den Text auf sehr hilfreiche Weise. Es folgen detaillierte Ausführungen zum Granit, zum Porphyr, zum Gneis, zu Findlingen, zum Sandstein, Kalkstein, Feuerstein, zur Schreibkreide, zum sogenannten „Katzengold“ (dem Pyrit), zu Hühnergöttern und Wallsteinen – alles sehr hilfreich mit Fotos veranschaulicht.

Das Kapitel zu den Fossilien beschäftigt sich mit den verschiedenen Formen, in denen sie vorkommen können (z.B. als Abdruck einer Schale oder Bewegungsspuren von Tieren/Spurenfossilien) und stellt dann genauer Kreidefossilien, Donnerkeile (die häufigsten Fossilien), versteinerte Seeigel, Muscheln, Schwämme, Klappersteine, Kreide-Kleinfossilien aus dem Strandkies wie Seeigel, Seesterne, Seelilien, Korallen, Moostierchen, Wurmröhren u.a. sowie Fossilien aus dem Erdaltertum wie z.B. Armfüßer/Brachiopoden und Dreilappkrebse/Trilobiten und solche aus dem Erdmittelalter und der Erdneuzeit wie z.B. Turitellagestein vor.

Dem Bernstein ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Er ist viel leichter und weicher als alle anderen Sandsteine und zählt – wie die Kohle – zur Gruppe der brennbaren Gesteine. Als verfestigtes Harz besitzt er „eine geringe Dichte, die nur wenig über der des Meerwassers liegt. Daher gelangt er bei Sturm in Schwebe und wird im Spiel der Wellen hin- und hergerissen.“ Auf diese Weise bleibt er nach wildem Wetter manchmal am Sandstrand im Angespül zurück. Im Folgenden werden die Spielarten des Bernsteins als „Gold der Ostsee“ und natürliche Absonderungsformen des versteinerten Harzes wie Platten, Tropfen oder Schlauben besprochen.

Das letzte Kapitel „Mehr Wissen“ beinhaltet Ausführungen zum Strandsand (Was ist eigentlich Sand und wo kommt er her), wertvolle Tipps zum Thema „Suchen – Finden – Sammeln“, „wann, wo und wie“, einen Schaukasten zu den Gefahren an der Steilküste, einer Übersicht zur Literatur und zu Museen in Flensburg, Lütjenburg, Lübeck, Ribnitz-Damgarten und auf Rügen sowie einer Übersicht über die Gliederung der Erdgeschichte.

 

Meine Meinung

Zufällig beim Besuch der Tourist Office in Travemünde entdeckt, war mir das Buch beim Bestimmen meiner diversen gesammelten Strandsteine eine gute Hilfe und Ergänzung zu den bereits vorhandenen Büchern. Dies liegt vor allem an der Einfachheit der Darstellung (die bisweilen auch ein Nachteil ist) und den tollen Überblickfotos. Es ist enorm hilfreich, nicht nur ein Beispielfoto z.B. eines Granits oder Sandsteins als Vorlage zu haben, sondern gleich einen ganzen Steinhaufen über zwei Seiten, der die Vielfalt der jeweiligen Gesteine illustriert.

Trotzdem kommt es beim Laien natürlich immer wieder zu Unsicherheiten bei der Bestimmung der Strandfunde. Ein großer Trost sind da Bemerkungen wie die auf Seite 9: „Aber längst nicht alle Strandgerölle lassen sich eindeutig bestimmen. Sogar Geologen fällt bei manchen Exemplaren die Bestimmung schwer – zu vielfältig sind die Gesteine, zu groß ist die Zahl ihrer Varietäten“ – danke dafür! 🙂

Zudem merkt man beim Lesen der meisten Seiten, wie begeistert das Autorenpaar auch nach so langer Zeit vom Strand und den Steinen sind und das macht Spaß!

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Foto: Bettina Rutz

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